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Aus den GEZ Gebühren wurde 2013 der GEZ Rundfunkbeitrag. Eine groß angelegte Kampagne begleitete die Umstellung der Gebühren mit zahlreichen Informationsmaßnahmen. Leider kennen im Jahr 2014 noch nicht alle zahlungspflichtigen Teilnehmer das neue Modell.

Welche Gebühren 2014 und 2015 tatsächlich zu zahlen sind, warum einige Teilnehmer mehr als nötig zahlen, fasst der Beitrag zusammen.

Rundfunkgebühren - Rückblick auf die GEZ-Abgabe

Von 1976 bis 31.12.2012 zog die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) die Gebühren für die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten ein. Die grundsätzliche Gebührenpflicht und die Höhe der GEZ Gebühren leitet sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag ab. Die individuell zu entrichtende Rundfunkgebühr orientierte sich anhand der genutzten Geräte. Für den Radioempfang waren im Jahr 2009 monatlich 5,76 Euro Rundfunkgebühren zu zahlen, der TV-Empfang kostete 17,98 Euro Gebühren. Gezahlt wurde im Quartal.

Zusätzliche GEZ Gebühren entstanden durch Empfangsgeräte im gewerblichen Umfeld und in Kraftfahrzeugen. Sie mussten einzeln angemeldet werden und waren gebührenpflichtig. Ebenfalls eine GEZ-Gebühr musste für "neuartige Rundfunkgeräte", in erster Linie internetfähige Computer, entrichtet werden. GEZ Gebühren nicht, unvollständig oder zu spät zu entrichten, wurde als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Probleme ergaben sich für den Gebührenzahler vor allem durch die richtige Anmeldung. Das Prinzip, unterschiedliche Empfangsgeräte einzeln zu bewerten war, gerade im Hinblick auf die neuen Medien, schwierig. Ein Beispiel: Der PC ohne Internet, der ähnlich einer Schreibmaschine oder für lokale Anwendungen genutzt wurde, war gebührenfrei. Das Gerät einmalig über einen USB-Stick mit dem Internet zu verbinden, ein Windows-Update durchzuführen, hätte als Ordnungswidrigkeit geahndet werden können.

Die Neuregelung der Rundfunkgebühren, weg von der spezifischen Abrechnung des speziellen Einzelfalls, sorgt für mehr Gebührentransparents.

Änderungen zum 01.01.2013 - ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice

Aus der GEZ wurde, mit Wirkung vom 01.01.2013, der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (Behörde) mit Sitz in Köln. Zeitgleich veränderte sich die Gebührenstruktur. GEZ-Rundfunkbeiträge werden nicht mehr pro Gerät erhoben. Der zu zahlende Beitrag wird pro Wohneinheit/pro Wohnung berechnet.

Gebührenvorteile entstehen vor allem für Eltern mit erwachsenen Kindern, die selbst Geld verdienen. Früher musste jeder Erwachsene mit eigenem Einkommen eigenständig GEZ-Gebühren bezahlen. Nun entfällt diese Pflicht. Nur der monatliche Beitrag für die Wohnung ist zu entrichten.

Rundfunk und Fernsehgebühren 2014 - Beitragsberechnung

Der GEZ Rundfunkbeitrag wird seit 2013 pro Wohnung abgerechnet. Die Gebührenregelung orientiert sich nicht mehr an den einzelnen Geräten. Vorteile entstehen für Wohngemeinschaften und Familien mit erwachsenen Kindern, die sich einen Haushalt teilen. Beitragsermäßigungen gelten außerdem für behinderte Menschen, wenn der Behindertenausweis das Merkzeichen "RF" zeigt.

Etwas teurer wird es, wenn eine oder mehrere Zweitwohnungen unterhalten werden. Berufstätige, die ein Appartment in der Stadt, neben ihrem Hauptwohnsitz außerhalb der Ballungszentren unterhalten, zahlen doppelt. Sie müssen für jede Wohnung die volle GEZ-Abgabe entrichten. Pro Wohnung berechnet der Beitragsservice im Jahr 2014 monatlich 17,98 Euro. Behinderte mit dem Merkzeichen RF zahlen monatlich 5,99 Euro. "Sozial schwache Familien", mit geringem Einkommen, dürfen sich - auf Antrag - von der Beitragszahlung befreien lassen.

Was ist mit den wohnungsabhängigen Gebühren gedeckt?

Die wohnungsabhängige Gebührenberechnung umfasst aller Personen, die sich eine gemeinsame Wohnung teilen. Mehrfachgebühren, die früher von außerehelichen Lebensgemeinschaften und erwachsenen Kindern mit eigenem Einkommen bezahlt werden mussten, entfallen. In die Gebührenzahlung pro Wohnung ist ebenfalls der private Pkw eingeschlossen. Das Radio im Privatwagen muss damit nicht mehr extra bezahlt werden.

Der gleiche Vorteil gilt heute außerdem für den Zweitwagen, der auf den Lebenspartner oder die Kinder zugelassen ist. Auch die Empfangsgeräte dieser Fahrzeuge sind durch die neue GEZ-Abgabe eingeschlossen. Empfangsgeräte, die in der Gartenlaube oder im Schrebergarten stehen, müssen ebenfalls nicht über gesonderte Gebühren bezahlt werden. - Vorausgesetzt, dass sich die Lauben oder Gartenhäuschen nicht zum dauerhaften Wohnen eignen.

Der Begriff "Wohnung" wurde klar definiert als baulich abgeschlossene Einheit mit eigenem Eingang. Beitragsfrei bleibt das Gartenhaus, da es nicht dauerhaft zum Wohnen und Schlafen geeignet ist und zu nicht Wohnzwecken genutzt wird. Ebenfalls beitragsfrei bleibt das Zimmer oder die Wohnung in Kasernen und außerdem im Internat.

Aktuelle zusätzliche Informationen zu den neuen GEZ Gebühren, bietet die Seite www.rundfunkbeitrag.de .

GEZ-Abgabe 2015 - was ist zu beachten?

Am 31.12.2014 laufen die Übergangsfristen zur Rückforderung eventuell zu viel bezahlter Gebühren aus. Überschneidungen können durch den Systemwechsel entstanden sein, da das System, bei jedem einzelnen Beitragszahler, von einer eigenen Wohnung ausgeht. Es gilt § 14 Abs. 4 des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags (RBStV).

Rückforderungsansprüche, für seit 01.01.2013 zu viel gezahlter Beiträge, können nur noch bis zum Jahresende 2014 angemeldet werden. Erstattungsansprüche sind fristgemäß beim Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio zu beantragen. Nach Ablauf der Frist verfällt der Rückzahlungsanspruch.

Ab 01.01.2015 gilt ein neuer Beitragssatz. Die Gebührensätze sinken aufgrund der erwarteten hohen Überschüsse. Für die kommenden vier Jahre wird ein Überschuss von 1,15 Milliarden Euro prognostiziert. Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio berechnet, ab dem Jahreswechsel, 48 Cent monatlich weniger. Damit sinkt die monatlich zu zahlende "GEZ-Gebühr" auf 17,50 Euro.

Änderungen für Selbstständige - GEZ Gebührensätze

Die GEZ-Gebührensätze für Freiberufler und Selbstständige wurden 2013 ebenfalls neu geregelt. Der neue GEZ-Rundfunkbeitrag richtet sich nach der Zahl der Betriebsstätten sowie der Mitarbeiter. Eine Einzelabrechnung der Gebühren für Computer und andere Empfangsgeräte, im Rahmen einer Betriebsstätte, entfällt. Im Rundfunkbeitrag enthalten ist außerdem das erste Firmenfahrzeug pro Betriebsstätte. Für jedes weitere Geschäftsfahrzeug sind monatlich 5,99 Euro zu zahlen.

Im Gaststätten- und Hotelgewerbe richtet sich der GEZ-Rundfunkbeitrag nach der Zahl der Beschäftigten und der Gästezimmer. Pro Hotelzimmer müssen 5,99 Euro monatliche GEZ-Rundfunkbeiträge, ab dem zweiten Zimmer, gezahlt werden. GEZ-Gebühren, für geschäftliche genutzte Fahrzeuge, entsprechen den Vorgaben für die Betriebstätten anderer Gewerbetreibender.

Die Beitragspflicht pro Betriebsstätte staffelt sich nach Mitarbeitern. 5,99 Euro wären für 0 - 8 Beschäftigte zu entrichten. Von 9 Beschäftigten bis 19 Beschäftigten wären 17,98 Euro zuzahlen, erst ab 20.000 Mitarbeiter wäre die pauschale Abrechnung erlaubt. Die jeweils aktuell gültigen Gebühren veröffentlicht der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice auf seiner Homepage.

Sonderregelungen beim GEZ-Rundfunkbeitrag für Gewerbetreibende

Eine besondere Entlastung bietet der GEZ-Rundfunkbeitrag für Fremdenverkehrsunternehmen. Es müssen keine GEZ-Beiträge bezahlt werden, wenn aus saisonalen Gründen der Betrieb für drei Monate eingestellt wird. Ganz von den GEZ-Beiträgen freigestellt sind Gewerbetreibende, die Ihrer Arbeit im Home-Office nachgehen. - Vorausgesetzt für die Wohnung werden private Rundfunkbeiträge entrichtet.

Sonderregelungen gelten außerdem für gemeinnützige Einrichtung. Partizipieren dürfen, neben der Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr, eingetragene Stiftungen und Vereine. Sonderregelungen gelten außerdem für Bildungsstätten, wie Schulen und Hochschulen.